Die Unerträgliche Leichtigkeit des Seins (DF)
USA1988171 Minuten Regie Philip KaufmanFKS 16

Philip Kaufman verfilmt Milan Kunderas Roman als ausgiebig erotischen Dreistünder voller visueller Metaphern. Zur Zeit des Prager Frühlings verlieben sich der erfolgreiche Chirurg Tomas und die sensible Tereza, doch die Beziehung wird schon bald durch Tomas‘ notorische Untreue und das politische Klima belastet. Nach dem Einmarsch russischer Truppen sucht das Paar einen Neuanfang in der Schweiz. Doch auch im freien Westen bleibt die Liebe kompliziert und die widerstreitenden Sehnsüchte platzieren die Figuren in das Spannungsfeld zwischen Freiheit und Verantwortung, Konformität und Komfortabilität, und der wiederholten Frage, wie man eigentlich leben soll.

Sinnliches Kino, das seinen Arthouse-Anspruch zwar bisweilen an die Oberflächlichkeit abtritt, jedoch ohne dabei das Mitgefühl für die Figuren zu verlieren. Für die berühmten Szenen der sowjetischen Invasion nutzte Kaufman reale Archivaufnahmen.

The Crying Game (DF)
UK/JP1992112 Minuten Regie Neil JordanFSK 16

Während des Nordirlandkonflikts entführen IRA-Aktivisten den britischen Soldaten Jody. In der mehrtägigen Gefangenschaft entwickelt sich zwischen Jody und dem IRA-Mitglied Fergus eine unerwartete Freundschaft, die mit Jodys gewaltsamem Tod endet. Geleitet von einem Versprechen flieht Fergus nach London. Unter falscher Identität trifft er auf Dil, die verführerische Geliebte des Toten, mit der ihn bald ein komplexes Geflecht aus Begehren, Schuld und Geheimnissen verbindet. Unterdessen sinnen seine vormaligen IRA-Komplizen auf Rache…

Oszillierend zwischen Steven Reas zurückhaltendem Schauspiel als Fergus und der rätselhaften Geschmeidigkeit Jaye Davidsons als Dil, verwebt Neil Jordan in diesem melancholischen Film politische mit emotionaler Gewalt und hinterfragt dabei nationale, geschlechtliche und sexuelle Identitäten.

Das Schweigen (DF)
SE196396 Minuten Regie Ingmar BergmannFSK 16

Die gebrechliche Ester steigt auf der Durchreise nach Schweden zusammen mit ihrer Schwester Anna und deren Sohn Johann in Timoka ab, wo man sich gerade auf einen Krieg vorzubereiten scheint. Als Übersetzerin ist Ester diverser Sprachen mächtig, doch die Sprache Timokas versteht sie nicht. Anna, der Bürde ihrer kranken Schwester überdrüssig, flieht vor Sohn und Schwester ins Nachtleben. Während Johann sich die Zeit im Hotel vertreibt, findet jede der beiden Schwestern auf ihre Weise Gefallen am Exzess…

Religiöses Meisterwerk oder billiger Sexfilm unter dem Deckmantel der Kunst? Und dann auch noch zur Musik von Johann Sebastian Bach? Ingmar Bergmans Kassenschlager und Skandalfilm wird seit jeher in alle Richtungen kontrovers diskutiert, interpretiert und eingeordnet. Zu Recht? Kommen und sehen Sie selbst!

Was vom Tage übrig blieb (DF)
UK, USA1993134 Minuten Regie James IvoryFSK 6

England in den 1950ern: James Stevens, Zeit seines Lebens ergebener Butler auf Darlington Hall, begibt sich auf eine Reise durchs Land, um die ehemalige Haushälterin, mit der ihn insgeheim tiefere Gefühle verbinden, zur Rückkehr zu bewegen.  Auf der Autofahrt erinnert er sich zurück an die Zeit vor dem zweiten Weltkrieg, als er auf dem Landsitz bedeutenden Nazi-Sympathisanten wie Gegnern gleichermaßen diente. Stevens beginnt, sein Leben und die Menschen darin zu hinterfragen…

Basierend auf Kazuo Ishiguros gleichnamigem Bestseller beleuchtet Regisseur James Ivory die englische Adelsgesellschaft des frühen 20. Jahrhunderts und deren Appeasement-Politik aus Sicht des allgegenwärtigen, stillen, pflichtbewussten Butlers, der seine Entscheidungen am Ende des Tages ebenso in Frage stellen muss, wie die Herren, denen er diente.

25. Öffentliche Testsichtung

Besuch auf eigene Gefahr! FSK 18! ALLES ist möglich!


Ort: Blauer Saal, Kino im Schillerhof
FSK: 18