Die Unerträgliche Leichtigkeit des Seins (DF)
Philip Kaufman verfilmt Milan Kunderas Roman als ausgiebig erotischen Dreistünder voller visueller Metaphern. Zur Zeit des Prager Frühlings verlieben sich der erfolgreiche Chirurg Tomas und die sensible Tereza, doch die Beziehung wird schon bald durch Tomas‘ notorische Untreue und das politische Klima belastet. Nach dem Einmarsch russischer Truppen sucht das Paar einen Neuanfang in der Schweiz. Doch auch im freien Westen bleibt die Liebe kompliziert und die widerstreitenden Sehnsüchte platzieren die Figuren in das Spannungsfeld zwischen Freiheit und Verantwortung, Konformität und Komfortabilität, und der wiederholten Frage, wie man eigentlich leben soll.
Sinnliches Kino, das seinen Arthouse-Anspruch zwar bisweilen an die Oberflächlichkeit abtritt, jedoch ohne dabei das Mitgefühl für die Figuren zu verlieren. Für die berühmten Szenen der sowjetischen Invasion nutzte Kaufman reale Archivaufnahmen.